Online-Diskussion des Lesumer Heimatvereins

"An der Lesumer Kirche 6" - ist eines der ältesten Lesumer Häuser bedroht?

Hier können Sie Ihre Meinung abgeben:

  • Welche Bedeutung hat für Sie das Haus "An der Lesumer Kirche 6" (Weinhandlung Cava Tappi)? Welche Erinnerungen verbinden Sie damit?
  • Welche Bedeutung haben die historischen Gebäude für den Lesumer Ortskern?
  • Hat Geschichte Zukunft, oder bedarf der Bereich einer grundlegenden Erneuerung - und wenn ja, wie sollte sie aussehern?
  • Hat Baukultur in der heutigen Zeit überhaupt noch eine Bedeutung?
  • Können wir froh sein, wenn sich überhaupt Investoren finden, die sich in Bremen-Nord engagieren?
  • Welche Erwartungen haben Sie an die Politik?
  • usw.

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Kommentare: 2
  • #1

    Thorsten Hirschfeld (Dienstag, 13 August 2013 16:57)

    Lesum gilt allgemein als wohnlicher und schöner Stadtteil. Man möchte auch den Turismus in Bremen-Nord fördern. Beides hat miteinander zu tun. Es ist normal.dass im Laufe der Zeit das eine oder andere Haus abgerissen und durch ein Neues ersetzt wird. Dennoch sollte man dabei das Ortbild im Blick haben. Im Urlaub werden von vielen Menschen gern alte Orte und Dörfer besucht wegen der Stimmung. Stadtteile (aktuell im Weserkurier Schönebeck) werden z.B. mit "Grün" und "Fachwerkhäusern in der Umgebung" beworben. Leider gilt für Schönebeck genau das Gleiche, wie für Lesum: Es gibt sie kaum noch. Die in unserer Region üblicherweise bis ins 19. Jahrhundert gebräuchliche Bauform war das niederdeutsche Fachhallenhaus, das es von ganz klein (für Heuerlinge) bis zu Vollbauernhöfen gab. In Bremen-Nord sind bis in die 50iger Jahre noch sehr viele derartige Gebäude vorhanden gewesen, wurden aber seitdem überwiegend abgerissen oder bis zur Unkenntlichkeit umgebaut. Seit den 80iger Jahren verschwinden sie nicht mehr wegen Baufälligkeit oder anderer Wohnwünsche, sondern aufgrund wertvoller Grundstücke/Wohnlagen. (Z.B. am Heidbergstift 1, ersetzt durch ein Mehrfamilienhaus). In Kürze: Die wenigen noch vorhandenen Häuser dieser Bauart sollte man versuchen zu erhalten. Sonst sind letzte charmante Straßen, wie die an der Lesumer Kirche ,auch bald austauschbar.
    Der Lesumer Markt lebt fast ausschließlich durch 3 Gebäude: Über allem die Kirche, die, da zurück gesetzt und zumindest im Sommer von Bäumen verdeckt, etwas weniger auffällt. Auf dem Weg Hindenburgstr. bergauf dominiert das Haus Hincke am Aufgang zur Kirche. Bergab lebt die Ansicht des Marktes jedoch durch das Haus An der Lesumer Kirche 6. Die gegenüberliegende Straßenseite mit dem mißglückten Umbau des d´Oleirschen Hauses ist unspektakulär.Der Abriß wäre ein großer Verlust, jedoch nicht verwunderlich, denn man könnte ein wesentlich höheres Haus mit Blick über die Lesumwiesen direkt "am historischen Lesumer Markt" anbieten...Das Haus selbst ist Lesumern seit etwa 300 Jahren entweder als Standort eines Einzelhandelsgeschäfts oder einer Gaststätte geläufig. Derartiges gibt es nur noch selten.
    Für mich selbst würde eine schöne Erinnerung verschwinden. Erinnerung z.B.an den Rückweg aus Knoops Park mit meiner Oma, wenn mein Cousin Peter und ich uns bei Renken z.B. ein Wiking-Auto aussuchen durften, unzählige Besuche, um Eisenbahn- oder Modellbauzubehör zu kaufen. Unglaublich, wie viele Artikel sich in dem Laden unterbringen ließen, den ganzen Weg über die Diele zum rückwärtigen Spielzeugtresen musste man fast das ganze Haus mit jeder Art von Haushaltsartikln durchqueren.
    Meines Erachtens sollte man versuchen, das Haus zu erhalten, denn auch wenn Bauunternehmen natürlich vom Bauen leben, so sollten auch Sie sensibel genug sein und ortbildprägende Gebäude respektieren. In letzter Zeit sind ja schon einige ortbildprägende Gebäude zu stark umgebaut worden oder werden abgerissen ( z.B. die ehem. Ullrichs-Villa und das Theresienhaus in der Weserstraße).

  • #2

    Marlies Weidenfeller (Montag, 26 Januar 2015 14:11)

    Guten Tag,

    als wir vor gut 20 Jahren von Hamburg nach Bremen zogen, haben mein Mann und ich aufgrund des charmanten dörflichen Charakters Lesum als Wohnsitz ausgewählt. Der Ortsteil verfügt über etliche ansprechende historische Gebäude, zu denen das Gebäude "An der Lesumer Kirche 6" gehört. In den vergangenen Jahren habe ich mit Bedauern gesehen, das ein um das andere dieser historischen Gebäude abgerissen wurde; zuletzt das Gebäude der Baustoffhandlung Bielefeld in der Schneiderstraße. Der Ort Lesum droht nach und nach seinen charme zu verlieren, denn es steht zu befürchten, dass auch hier wieder eine "ortlose" Wohnarchitektur gebaut wird, die überall so stehen könnte (aber nirgends stehen sollte). Sentimentalität liegt mir fern, ich weiß, wie teuer und oftmals unwirtschaftlich die Erhaltung alter Gebäude ist. Dennoch wünsche ich mir, auch von der Politik, dass Wege gesucht werden, wie ortbildprägende Gebäude ganz oder teilweise erhalten, sensibel umgebaut oder neu genutzt werden können. Wenngleich auch ich das Beispiel "Ulrichsvilla" in Vegesack abschreckend finde, denke ich, dass eine Integration in einen - dann einigermaßen profitablen - Anbau auch glücken kann und man Erhaltung und Profitabilität versöhnen könne.