Archivfoto des Monats

Hier stellen wir Ihnen ungefähr im monatlichen Rhythmus interessante Fotos aus dem umfangreichen Bildarchiv des Heimatvereins vor! Dabei bemühen wir uns, Ihnen Aufnahmen aus allen Ortsteilen des Stadtteils zu präsentieren.

Archivfoto des Monats April 2017

Mühlenbach-Lichtspiele an der Kreuzung "Stadt London" in Burgdamm (Aufnahmejahr unbekannt)

Waren das noch Zeiten, als Burglesum noch ein eigenes Kino hatte ...! Am Standort des heutigen Jugendzentrums stand zwischen 1850 und 1979 ein Haus mit bewegter Geschichte. Als Bauernhaus erbaut, diente es zwischen 1886 und 1911 als Postamt Lesum-Burgdamm - auf dem Bild ist am Giebel noch das steinerne Wappen des Reichsadlers zu erkennen.  Bereits kurz nach der Jahrhundertwende richtete der Gastwirt Johann Thielbar im Gebäude einen „Concert- und Tanzsaal“ ein. Der ehemaligen Pferdestall wurde zur Schenke umfunktioniert, und am Vorplatz zum Mühlenteich der "unteren Mühle" entstand "Thielbars Sommergarten".


Im Jahr 1936 gestaltete Heinrich Müller das Haus unter großem Aufwand um hob die "Mühlenbach-Lichtspiele" aus der Taufe. Walter Schnier schreibt dazu: "Seinerzeit wuchs gerade die Zahl der Lichtspielhäuser. Da das naheliegenste einmal in Oslebshausen der „Grüner Jäger“ war und das andere in Vegesack das „Zentraltheater“, sah er hier eine Marktlücke und beschloss, den Tanzsaal in ein ansehnliches Kino zu verwandeln. Das Publikum war überrascht. Das Kino muss für die Familie Gauert / Müller eine gute Einnahmequelle gewesen sein, bis sich das Fernsehen breitgemacht hat. Ein riesiger Andrang und natürlich viel Lärm herrschte sonntags nachmittags bei der Kindervorstellung".

 

Müller starb 1969, wie lange das Kino noch geöffnet war, ist uns nicht bekannt. Das Gebäude wurde 1979 abgerissen.

Standort der Aufnahme

Archivfoto des Monats März 2017

Möbeltischlerei Eylers am Heidbergstift (ca. 1955)
(c)
Archiv HVL, Foto F00101

Ein aus heutiger Sicht irritierender Anblick: Das Gebäude des jetzigen Kindergartens "Zwergenland" an der Straße Am Heidbergstift, oberhalb der Bahnunterführung, ist 1953 zunächst eingeschossig errichtet worden. Hier hatte ursprünglich Tischlermeister Lüder Eylers seine Möbelausstellung. Erst einige Jahre später wurde das Haus um ein Obergeschoss und Satteldach erweitert. Ihren Ursprung hatte die eigentliche Tischlerei im Jahr 1912 auf dem heutigen Gelände von Graphic Packaging International (GPI), auf dem sich damals noch eine Stichstraße nach Norden befand (Am Rastplatz). Das reetgedeckte Eylersche Wohnhaus nebst Tischlerwerkstatt wurde 1996 abgerissen. 

Standort der Aufnahme

Archivfoto des Monats Februar 2017

Eislaufen im Lehnhof-Park / Friedehorstpark ca. 1960,
rechts im Bild die "Entenhausinsel", im Hintergrund die Lehnhof-Siedlung
(c)
M. Gorontzy

Der Friedehorstpark gehört wie auch der Knoops Park und Wätjens Park zu den ehemaligen Landsitzen in unserer Region, die heute der Öffentlichkeit als attraktive Parkanlagen zugänglich sind. Der wahrscheinlich von Wilhelm Benque geplante, um 1875 um das Landgut Lehnhof des Senators Theodor Lührmann angelegte Park befindet sich im Eigentum der Bremischen Evangelischen Kirche. Er ist unmittelbar an der Landesgrenze, in Nachbarschaft der Ortschaften Holthorst (Gemeinde Schwanewede) und Platjenwerbe (Gemeinde Ritterhude) gelegen und weist die höchste natürliche Erhebung des Landes Bremen auf (ca. 32,2 m). 2013 wurde die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Parks im Rahmen eines Gutachten erfasst und die gartenkulturell bedeutsame Parksubstanz.inventarisiert.   

Standort der Aufnahme

Archivfoto des Monats Januar 2017

Das im Jahr 1997 abgebrochene Hillmannsche Haus an der Straßengabelung Am Heidbergstift / Am Mühlenbruch auf einem Foto von ca. 1983/1985. Aufnahme von Südosten aus der Straße Am Mühlenbruch.
(c)
R. Dohr; Archiv-No. F00673

Das Backsteinhaus mit Strohdach - auf dem Foto wird das Dach gerade erneuert - war eines der ersten, die im frühen 19. Jahrhundert am Rande des Heidbergs errichtet wurden. Es war als Hillmannsches Haus bekannt. Das Foto wurde von der Rückseite aufgenommen. Nach dem Abbruch des Hauses wurde an seiner Stelle ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus (heute Am Heidbergstift 9) errichtet.
(W. Hoins; Ein Bildband von Burglesum einst und jetzt; S. 149)

Standort der Aufnahme