Archivfotos des Monats des Jahres 2013

Hier stellen wir Ihnen im monatlichen Wechsel interessante Fotos aus dem umfangreichen Bildarchiv des Heimatvereins vor! Anders als im Jahr 2012 möchten wir Ihnen hier künftig auch viele Aufnahmen aus Burgdamm, St. Magnus, Burg-Grambke und aus dem Werderland präsentieren.
Die Archivfotos aus 2012 finden Sie hier.

Archivfoto des Monats Dezember 2013

Blick vom Haus Stoess auf den Lesumer Marktplatz (1963)
(c) Bildarchiv des HVL, Foto Lesum01104

Exakt 50 Jahre alt ist diese der Jahreszeit angemessene Aufnahme der guten Stube Lesums aus einem Fenster des Hauses von Dr. Stoeß (zu erkennen am Türmchen vorne). Der Lesumer Marktplatzes war damals noch mit Telefonzelle ausgestattet und wurde als Parkplatz genutzt. Vier (oder fünf?) der sechs Fahrzeuge sind VW-Käfer!

Links zu sehen ist das Baudenkmal "Hincke-Haus" aus dem Jahr 1894, versetzt dahinter das Haus der Familie d'Oleire, das Anfang der 90er Jahre teilweise abgebrochen, "grundsaniert" und zum heutigen Modegeschäft umgebaut worden ist.

Im grauen Gebäude rechts befand sich der Juwelier Timmerberg (Schaufenster) und eine Steindruckerei. In dem umgebauten Gebäude ist heute das "Vogelvillaland" zu finden. Rechts am Bildrand im Hintergrund ist die Mönchshof-Schule zu erahnen.

Alle genannten Gebäude sind also auch heute noch im Lesumer Zentrum zu finden - wenn sie in den zurückliegenden 50 Jahren ihr Gesicht  teilweise auch erheblich verändert haben.

Standort des Fotos

Archivfoto des Monats November 2013

Schuhhaus Ludwig in der Louis-Seegelken-Straße (1965)
(c) Bildarchiv des HVL, Foto Lesum00546

Das Geschäft ging aus der Schuhmacherei Ludwig hervor, die bereits 1926 am Standort eröffnete - damals noch mit der Adresse "Grenzstraße 10". Der futuristisch anmutende Anbau rechts im Bild stammt aus dem Jahr 1962, zuvor waren Geschäftsräume im Altbau mit Wohngebäude untergebracht.

Das selbe Anwesen knapp 50 Jahre später. Das Schuhgeschäft gab es dort noch viele Jahre, bis über das 75jährige Jubiläum 2001 hinaus.


Mit dem Ruhestand der Inhaberin M. Buckmann war aber vor zehn Jahren das Ende dieses Standorts als Schumacher-Werkstatt und Schuh-Fachgeschäft gekommen. Etwa zur gleichen Zeit schlossen auch Post, Fleischer und Bäcker. Die Nahversorgung der Bewohner des Quartiers stellte sich vollständig um.

Im Lesumer Boten gab es 1998 einen Beitrag von R. Matzner zum Schuhhaus Ludwig. Hier ist auch ein Bild aus 1948 zu sehen - damals fehlte noch der Anbau.

Das Geschäft ist aber auch nach der Schließung des Schuhgeschäfts bis heute durchgehend vermietet gewesen: Zunächst befand sich dort ein Aquaristik-Geschäft, im März 2013 hat dort "Kertins Reiterparadies" eröffnet.

Standort des Fotos

Archivfoto des Monats Oktober 2013

Kreuzung Stadt London bei Nacht (1964)
(c) Bildarchiv des HVL, zur Verfügung gestellt von R. Dohr,
(Foto bitte anklicken zum Vergrößern)

Blickrichtung Südwest, rechts im Bild das Lichtspieltheater "Mühlenbach" am heutigen Standort des Jugendfreizeitheims.

Standort des Fotos

Archivfoto des Monats September 2013

Bossesche Häuser an der Burger Heerstraße, im Hintergrund Baustelle der Burger Brücke (1950)
(c) Bild-Archiv des HVL, No. Burg00065
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Anlässlich der nun erfolgten Eröffnung der neuen Lesumbrücke in Burg mag dieses Foto aus dem Jahre 1950 von Interesse sein, das zum Ende der Bauzeit der Vorgängerbrücke südlich des Brückenstandorts entstanden ist - erkennbar bei deutlich geringerem Verkehrsaufkommen.
(vgl. auch Foto vom Februar 2013).

Zu diesem Foto ist im Bildarchiv folgender Erläuterungstext erfasst:

"Die beiden Bosseschen Häuser an der Burger Heerstraße zwischen Lesumbroker Landstraße und dem Parkplatz und der Zufahrt zu dem Holzwerk Bosse. Im Hintergrund wird die im Krieg zerstörte Burger Lesumbrücke wieder aufgebaut. Das geringe Verkehrsaufkommen machte es möglich, dass die Kinder dort im Sand spielen konnten."

 

Die beiden Bosseschen Häuser an der Burger Heerstraße zwi-schen Lesumbroker Landstraße und dem Parkplatz und der Zufahrt zu dem Holzwerk Bosse.

Im Hintergrund wird die im Krieg zerstörte Burger Lesum-brücke wieder aufgebaut. Das geringe Verkehrsaufkommen machte es möglich, dass die Kinder dort im Sand spielen konnten.

 

Standort des Fotos

Archivfoto des Monats August 2013

Kinderspiel im Marßeler Feld, Bauphase
(März 1966)
(c) Frau Nagel, Burgdamm-Marßel
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Das Foto gehört zu einer Zusammenstellung von Dias aus Marßel (Marßeler Feld) der 1960er und 1970er Jahre, die dem HVL dankenswerter Weise von Frau Nagel aus Marßel anlässlich des Archivtages im März 2013 übergeben worden sind. 

Das Foto ist in der Bauphase des Gebietes1966 enstanden. Seinerzeit gingen alle Planungen davon aus, dass das erwartete fortgesetzte rasante Wachstum der Stadt nur durch den Bau von Großwohnsiedlungen am Stadtrand bewältigt werden kann. Das Marßeler Feld war - mit mehr als 2.300 Wohnungen und 300 Einfamilienhäuser - das größte Bauvorhaben in Bremen-Nord.

Rückblickend werden diese Entwicklungen durchaus kritisch gesehen, denn vielerorts sind in den Großwohnsiedlungen später soziale Brennpunkte entstanden. Das Marßeler Feld war ebenfalls von problematischen Entwicklungen betroffen, mittlerweile gilt das Gebiet aber als stabil. 

Wer an weiteren älteren Aufnahmen aus Marßel interessiert ist, dem sei die  Internetseite von Volker Ryba empfohlen!

Archivfoto des Monats Juli 2013

Der Bankier Bernhard Loose (vorne links, am Barren),
Haus Tannenberg, Lesum

(Jahr unbekannt, ca. 1900 )
(c) Bild-Archiv des HVL
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Das Foto entstammt einer vermutlich privaten Fotomappe, die dem Heimatverein in den 1960er Jahren gestiftet worden ist. Die Aufnahmen zeigen offenbar Villa, Park und Familie, Freunde und Bedienstete B. Looses, der das Haus "Tannenberg" an der Lesum 1881 erwarb. Erbaut worden ist es vom Bankier C. F. Plump 1852.

Bernhard Loose (1836 - 1902) war ebenfalls Bankier und Mitglied der Bremischen Bürgerschaft.

Die umgebaute, vom späteren Bremer Baudirektor Alexander Schröder entworfene Villa in der Benbeckenstraße 17 steht heute unter Denkmalschutz und wird aktuell gerade umfassend saniert (s.u.).
'Hier finden sich interessante Informationen zur Historie des Gebäudes. 

Das Haus Tannenberg im Jahr 2012 (Foto: E. Ostendorff)
Das Haus Tannenberg im Jahr 2012 (Foto: E. Ostendorff)

Quellen:
A. & G. Schmolze (1985): An der Lesum, S. 112.
HVL (Hrsg.) (o.J.): Burg-Lesumer Heimatbuch
, S. 468
www.sankt-magnus.de
wikipedia

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Archivfoto des Monats Juni 2013

Die Mittelschule mit Turnhalle an der Hindenburgstraße, Ecke Im Pohl. (1965)
(c) Bild-Archiv des HVL, No. Lesum00375
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Das Archivfoto des Monats Juni 2013 ist im Mai 1965 aufgenommen worden und zeigt die damalige Mittelschule an der Hindenburgstraße, an der Abzweigung der Straße "Im Pohl". Das Gebäude besitzt eine mehr als 140jährige Geschichte, ist es doch 1872/73 errichtet und im Jahr 1874 als private "Rektoratsschule" eingeweiht worden. Bereits seit 1841 wurde diese Schule an zwei anderen Standorten (zunächst in ehem. Wohnhaus Wencke, heute "hol ab" sowie in einem Bauernhaus am heutigen Standort der Grundschule am Mönchshof) geführt. Vermutlich 1910 ging sie als öffentliche preußische Mittelschule in die Trägerschaft der beiden Gemeinden Lesum und Burgdamm über.

 

Nachdem sie ab 1972 als Sonderschule für Lernbehinderte genutzt wurde ist  hier seit 1983 der Martinshof mit einer Werkstatt für Behinderte ansässig.

Quellen: W. Hoins: Ein Bildband von Burglesum einst und jetzt, S. 168/169,
Zeitungsartikel "100 Jahre Lesumer Mittelschule" vom 11.7.1942  

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Archivfoto des Monats Mai 2013

Die Lesumer Sparkassenfiliale an der Hindenburgstraße, mit erstem Anbau (1965)
(c) Bild-Archiv des HVL, No. Lesum00292
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Aus aktuellem Anlass haben wir das Foto der Lesumer Sparkassenfiliale von 1965 als Foto des Monats Mai 2013 ausgewählt. Der rechte Gebäudeteil stellt das ursprüngliche Wohnhaus von Carl Seegelken dar. Hier befand sich ab 1860 der erste Geschäftsraum der Lesumer Sparkasse. Carl Seegelken war erster Kassenführer und wurde ebenfalls 1860 auch zum Gemeindevorsteher gewählt. Diese Funktion behielt er bis zu seinem Tode im Jahr 1890.

 

Nur ein Jahr nachdem dieses Foto aufgenommen wurde, ist der Gebäudekomplex abgebrochen worden und es entstand der aktuelle Sparkassenbau, über dessen Architektur und die Einpassung in das Ortszentrum durchaus unterschiedliche Auffassungen bestehen. Das Archivoto zeigt, dass auch vor 50 Jahren schon "architektonische Welten" am Lesumer Sparkassenstandort zusammenstrafen!

Vor wenigen Wochen ist bekannt geworden, dass das derzeitige Gebäude nicht - wie bisher vorgesehen - ebenfalls zurückgebaut wird und einem Neubau Platz macht, sondern stattdessen ein grundlegender Umbau erfolgen wird, der auch eine Neugestaltung der Fassade umfasst. Das runderneuerte Gebäude soll sich dann harmonischer in das Umfeld einpassen. Die Sparkassenfiliale selber wird noch in diesem Jahr in den benachbarten Neubau umziehen, der in den vergangenen Monaten entstanden ist. 

 

Der heutige Übergang zwischen Alt und Neu am Sparkassenstandort ist auf den Fotos unten dokumentiert - eine Momentaufnahme, denn in Kürze wird der Umbau des Gebäudes aus den 1960er Jahren beginnen.

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Archivfoto des Monats April 2013

Weinhaus Schröder an der Stader Landstraße 6 (um 1970)
(c) Bild-Archiv des HVL, Fam. Grimm, Lesum
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Das Gebäude, in dem sich das Weinhaus Schröder seit 1938 bis 1989 befand, ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert erbaut worden und diente ursprünglich dem Schlachter Johannes Goldberg als Wohn- und Geschäftshaus. Zwischenzeitlich betrieb dort zwischen 1919 und 1927 der Lesumer Schlachtermeister Otto Lindemann sein erstes Geschäft (siehe Foto). Heute befindet sich an diesem Standort der Discounter Lidl.

Die Fotos wurden dem Heimatverein Anfang 2013 von Fam. Grimm (letzte Eigentümer der Weinhaus Schröder) zur Verfügung gestellt. Dafür bedanken wir uns sehr herzlich!

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Archivfoto des Monats März 2013

Blick durch den gesamten Ort Mittelsbüren-Osterort
(Häuser Mittelsbüren 1 bis Mittelsbüren 6) im Jahre 1954
(c) Bild-Archiv des HVL, No. Mittelsbüren00020
(Foto bitte anklicken zum Vergrößern)

Der Bereich des einstigen Dorfes Mittelsbüren gehörte seit 1946 zu Burglesum, ist aber heute Teil des Stadtteils Häfen. Das gesamte Dorf Mittelsbüren ist 1956/1957 abgebrochen worden, weil hier das Klöckner Stahlwerk Bremen entstehen sollte. Die Eigentümer sind nach langen Verhandlungen mit DM 3,40 je qm entschädigt worden und haben sich andernorts niedergelassen. Viele von ihnen haben in anderen Teilen Norddeutschlands Hofstellen erworben.

Mit dem Abriss ist eine vermutlich annähernd 1000jährige Geschichte des Dorfes zu Ende gegangen, das im 13. Jahrhundert als Midelsburen erstmals erwähnt wird. Bei den im Foto abgebildeten Gebäuden handelt es sich überwiegend um für unsere Region typische niedersächsische Zweiständerhäuser - Wohnstallhäuser, mit zwei längs angeordneten tragenden Ständerreihen, auf denen die Deckenbalken ruhen.

Das im 16. Jahrhundert erbaute, in den 1960er Jahren auf dem Gelände des Focke-Museums wieder aufgebaute "Haus Mittelsbüren" lässt die traditionelle Wohn- und Lebensweise Mittelsbürens heute anschaulich nachvollziehen.

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Archivfoto des Monats Februar 2013

Burg: Erneuerung der Burger Burger Lesumbrücke in Jahre 1950
(c) Bild-Archiv des HVL, No. Burglesum00119
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Die Aufnahme erinnert sehr an das sich aktuell an der selben Stelle bietende Bild: Die 1950 erstellte Brücke ist gut 60 Jahre später wieder abgebaut worden und das neue Bauwerk befindet sich seit dem Herbst 2012 an Ort und Stelle. Wie 1950 wird der Verkehr auch heute über eine östlich des eigentlichen Übergangs verlegte Behelfsbrücke geführt. 

Im Bildarchiv des Heimatvereins ist folgendes zu diesem Foto vermerkt, das vom "Steinbrüggeschen Haus" an der Ecke Grambkermoorer Landstraße aufgenommen worden ist: 

"Auf der Brücke befinden sich zwei Ominibusse der Linie Vegesack-Burg der BVG. Durch Burg musste man dann zu Fuß laufen. Die Busse wendeten nämlich auf dem Parkplatz bei der Zufahrt zum Sägewerk Bosse. Am Ausgang von Burg in Richtung Grambke war an der Seite zum Gut Hohenkamp hinüber die Endstation der Straßenbahnlinie 8 hin verlegt worden, da die frühere Endstation durch die Brückenauffahrt zur hölzernen Notbrücke versperrt war.

Die Notbrücke war nach dem Krieg der alleinige nördliche Lesumübergang. Alle übrigen Brücken waren gesprengt. So lief der gesamte Nachschub der Alliierten von Bremerhaven über diese Brücke. Zur Autobahn war am Ende der Grambkermoorer Landstraße eine Auffahrt geschaffen worden. Die Heerstraße von Burg in Richtung Bremen mit der Straßenbahnlinie 8 war für diese Transporte zu schmal. So wurde auf Drängen der Alliierten später die Trolleybuslinie Gröpelingen - Burgdamm eingerichtet."

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Archivfoto des Monats Januar 2013

Burgdamm: Eckhaus Burgdammer Straße / Bremerhavener Heerstraße (rechts, von der Bremerhavener Heerstraße gesehen). Zum Zeitpunkt der Aufnahme Schuhhaus Schubert, bis Ende des zweiten Weltkriegs Schmiede Leopold, Aufnahmedatum Winter 1948
(c) Bild-Archiv des HVL, No. Burglesum00029
(Fotos bitte anklicken zum Vergrößern)

Die beiden Gebäude sind 1834 parallel mit dem Ausbau der Bremerhavener Heerstraße erbaut worden. Bis in die 1940er Jahre war hier die Schmiede Leopold ansässig. Im Zuge von Straßenerweiterungsarbeiten der Burgdamer Straße musste der Anbau links mit der Aufschrift "Schuhhaus Schubert" in den 1970er Jahren abgebrochen werden. Im rechten Gebäude hat nach Umbaumaßnahmen 1959 das Radio- und Fernsehgeschäft "Wendler" geöffnet, das hier bis heute ansässig ist.

Hier ein aktuelles Foto an einem leider trüben Januartag 2013.

Ein seitlicher Blick auf das Gebäude, links die Einmündung der Burgdammer Straße.

Standort des Fotos