Archivfotos des Monats des Jahres 2014

Hier stellen wir Ihnen im monatlichen Wechsel interessante Fotos aus dem umfangreichen Bildarchiv des Heimatvereins vor! Dabei bemühen wir uns, Ihnen Aufnahmen aus allen Ortsteilen des Stadtteils zu präsentieren.

Archivfoto des Monats Dezember 2014

Das alte Spritzenhaus der Feuerwehr an der Oberreihe / Am Radeberg (an der Bahnstrecke), Aufnahme vom 12. Dezember 1964
(c)  Fotoarchiv des HVL, Foto FLesum01194

Das Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr Lesums wurde 1894 erbaut. Nachdem es im 2. Weltkrieg zum Wohnhaus umgebaut wurde, hat hier noch längere Zeit die Familie Fritz gewohnt. Auch diese Aufnahme aus 1964 deutet darauf hin, dass das Haus bewohnt ist.
(Quelle: W. Hoins, Ein Bildband von Lesum einst und jetzt)

Wer kann mehr zur Geschichte des Hauses ergänzen?

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Archivfoto des Monats November 2014

Blick vom Turm der Kirche St. Martini nach Nordwesten über die Lesumer Ortsmitte
(c)  Fotoarchiv des HVL

Blick vom Turm der Kirche St. Martini nach Nordwesten zum Gefängnis (vorne rechts), zur alten Hauptschule (Bildmitte), zur Gaststätte "Deutsches Haus" (grau-weißes Gebäude rechts hinter der Schule) und zur Sparkasse (rechts von der Gaststätte). Rechts am Bildrand die Gaststätte "Lesumer Hof".

Das Aufnahmejahr ist nicht bekannt, vermutlich aber ca. 1964. Das Gebäude der alten hauptschule in der Mitte des Fotos wurde im Jahr 1965 abgebrochen dort steht nun das Pastorenhaus. Rechts davon, verdeckt vom Gefängnis, befindet sich das heutige Heimathaus, zuvor Schulhaus 2.

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Archivfoto des Monats Oktober 2014

Burger Heerstraße, Blickrichtung Norden, im Hintergrund die Lesumbrücke
(c) W. Boetker, Fotoarchiv des HVL

Dieses zunächst unspektakuläre Foto aus dem jahr 1986 verdeutlicht den schleichenden Wandel der Hauptstraßen in unserem Stadtteil. Auch wenn der Straßenzug heute baulich nicht wesentlich anders aussieht, ist doch ein Großteil der Geschäfte und Gaststätten heute nicht mehr am Ort.

Durch regelmäßige systematische Aufnahmen entlang der Haupstraßen in unserem Stadtteil möchten wir es ermöglichen, diesen Wandel auch künftig nachvollziehen und dokumentieren zu können.

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Archivfoto des Monats September 2014

Bahnwärterhaus am Bahnübergang der Bremer Heerstraße über die Eisenbahn nach Vegesack, Oktober 1964
(c) Fotoarchiv des HVL, No. Burgdamm00031, Bearbeitung R. Dohr

Das Foto links entstand 5 Monate später, im März 1965. Der Bau der Brücke ist weit vorangeschritten, nur noch das Andreaskreuz und das verlassene Bahnwärterhaus zeugen vom früheren Bahnübergang. Heute lassen sich vom ehemaligen Bahnwärterhaus keine Spuren mehr finden.

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Archivfoto des Monats August 2014

Blick aus dem Fenster einer Neubauwohnung im Marßeler Feld, Kopenhagener Straße, August 1964
(c) Fotoarchiv des HVL, Fotograf: E. Nagel, Bremen-Burgdamm

Unser Foto des Monats August 2014 ist exakt 50 Jahre alt - aufgenommen im August 1964 im Zuge der Entstehung der Siedlung Marßeler Feld. Genau vor einem Jahr hatten wir ein Foto derselben Fotografin aus dem Jahr 1966 vorgestellt.

Der Blick, der sich Frau Nagel im Sommer 1964 aus ihrem Küchenfenster bot ist heute nicht mehr denkbar - liegt das Gebäude doch heute im Zentrum der Siedlung. Das Foto zeigt aber auch, welch' malerische Landschaft durch die damals dringend benötigte Siedlung verlorengegangen ist. Nur ganz im Vordergrund des Bildes deutet sich an, dass die Bautätigkeit 1964 bereits in vollem Gange ist.  

 

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Archivfoto des Monats Juli 2014

Alte Mönchshofbrücke, 1984
(c) Fotoarchiv des HVL, Fotograf: Werner Boetker

Das aktuelle Monats-Foto zeigt die alte Fußgängerbrücke über die Bahnstrecke Burg-Vegesack in Höhe der Mönchshofschule. Das Foto ist Teil eines beachtlichen privaten Fotoarchivs des verstorbenen Lesumers Werner Boetker (Rotdornallee). Herr Boetker hat aus Interesse an der Ortsentwicklung über viele Jahre hinweg immer wieder die Entwicklungen in unserem Stadtteil fotografisch dokumentiert. Es darf als großer Glücksfall bezeichnet werden, dass dieses private Fotoarchiv nach dem Tod des Fotografen dem Heimatverein zur Verfügung gestellt worden ist. Dafür möchten wir der Familie des Verstorbenen auch an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön aussprechen!

Die Brücke stammt aus dem Jahr 1907 -  und ist damit erst 45 Jahre nach der Inbetriebnahme der Strecke geschaffen worden. Sie diente somit vermutlich von Anfang an in erster Linie der Sicherheit der Schülerinnen und Schüler der im Jahr 1900 gegründeten Mönchshofschule.

Wie auf dem Foto unschwer zu erkennen ist, ist die Brücke in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Tatsächlich ist noch im selben Jahr unmittelbar neben der abgebildeten Brücke die neue, heutige Fußgängerbrücke entstanden und im Folgejahr wurde die alte Brücke abgebrochen. Die Kosten in Höhe von DM 350.000 trug die Deutsche Bahn, wie einem Bericht der Norddeutschen vom November 1984 zu entnehmen war.

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Archivfoto des Monats Juni 2014

Alte Lesumer Apotheke, 1963
(c) Fotoarchiv des HVL

Das Foto zeigt die Lesumer Apotheke zu einer Zeit, als sie noch als Apotheke genutzt wurde - heute ist dort eine chirurgische Gemeinschaftspraxis ansässig. Das Haus gehört zu den wenigen Baudenkmälern im Lesumer Ortskern und wurde als erster Vollsteinbau um 1845 vom Apotheker Penz an der in den 1830er Jahren entstandenen Chaussee in Richtung Vegesack errichtet. Weil es zudem das einzige, im Umkreis noch erhaltene Gebäude im klassizistischen Stil darstellte, ist es vom Landesamt für Denkmalpflege einmal als "eines der zehn erhaltenswertesten Gebäude Bremens" bezeichnet worden. Das Haus stand bis zum Anfang der 1990er Jahre mehr als ein Jahrzehnt leer und war dem Verfall preisgegeben; eine Abbruchgenehmigung war bereits beantragt. Dass das Haus gerettet werden konnte und mit der Praxis eine neue Nutzung und neue Investoren gefunden wurden, muss aus heutiger Sicht als Glücksfall bezeichnet werden. Auch die „Deutsche Stiftung Denkmalschutz“ hat ihren Beitrag zum Erhalt des Hauses geleistet, für den sich seinerzeit auch der Heimatverein eingesetzt hatte. Zwischenzeitlich hatte die Verantwortlichen des HVL seinerzeit sogar erwogen, die Apotheke zu erwerben und als neues Heimathaus zu nutzen.

Nachdem sich herumsprach, dass die Praxis im kommenden Jahr in den "Lesum-Park" umzieht musste wiederum ein Leerstand befürchtet werden. Nach Informationen des HVL konnte aber mittlerweile ein Käufer gefunden werden, der bereit ist in das Haus zu investieren.

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Archivfoto des Monats Mai 2014

Ansichtskarte des Dorfes Lesum, Foto um 1900
(c) Archiv des HVL

Die Ansichtskarte zeigt das Dorf Lesum von den Lesumwiesen aus gesehen. Die Karte ist am 5. September 1905 abgestempelt worden und adressiert an Herman Kühlken in Brooklyn, New York - mit Eingangsstempel in Brooklyn am 14. September. Die Karte ist also binnen neun Tagen ausgeliefert worden, vermutlich würde es heute nicht wesentlich schneller gehen!  

Uta Bothe vom Heimatverein Platjenwerbe hat den Kartentext dankenswerter Weise für uns entziffert:

"Aus Lesum die besten Grüße sendet Alwine

also lebewohl auf baldiges wiedersehn nächste Woche geht

mein Koffer schon weg nach Bremen, ich bin auch froh

das ich bald wieder zu Hause komme

Grüße Steffens und Willbrucks denn ich habe die No. vergessen

sonst würde ich ihnen auch schreiben"

Die Karte ist vom HVL im Frühjahr 2014 als Teil einer Sammlung von mehr als 200 historischen Ansichtskarten der Region mit Hilfe vieler Spender erworben worden.

Leider lässt sich über das Online-Ortsfamilienbuch Lesums nichts Näheres über den Empfänger der Karte, Herman(n?) Kuehlken herausfinden. Möglicherweise handelt es sich um Hermann Kühlken, * 27.06.1846 in Osterhagen, Kirchspiel Lesum. Hier ist auch ein Bezug zu Brooklyn, New York, vorhanden - allerdings handelt es sich um das Todesdatum 12.05.1891, das einige Jahre vor dem Versanddatum der Ansichtskarte liegt. Eine Verwandtschaft zu dem Heimatforscher Friedrich Kühlken lässt sich über das OFB somit ebenfalls nicht bestätigen.

Archivfoto des Monats April 2014

Das Gasthaus "Deutsches Haus" in der Hindenburgstraße, vermutlich in den 1950er Jahren
(c) Bildarchiv des HVL

Dieses undatierte Foto liegt dem Heimatverein als Glasplatten-Negativ vor - die Herkunft ist leider nicht dokumentiert worden. Das mit einem Tanzsaal ausgestattete Gasthaus (gegenüber der heutigen Sparkasse) war lange Zeit eine Institution in Lesum - gerade auch für jüngere Leute. Bekannt war es auch durch den Slogan "Ei Ei - und Du fährst vorbei?" (auf dem kleinen Schild in der Mitte des Bildes - das Schild ist heute beim HVL eingelagert).

Wie Wilfried Hoins in seinem Buch "Ein Bildband von Lesum einst und jetzt" beschreibt, gehörte das 1849 erbaute Haus zu den ersten an der "Chaussee", die in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Das Haus wurde in den 1960er Jahren abgerissen um einer modernen Geschäftszeile Platz zu machen.

Archivfoto des Monats März 2014

Luftaufnahme von Burgdamm aus den 1960er Jahren
(c) Bildarchiv des HVL

In diesem Jahr begeht die Siedlung „Marßeler Feld“ ihren 50. „Geburtstag“ – dazu gratuliert der Heimatverein recht herzlich und wird in diesem Jahr häufiger Monatsfotos aus diesem Bereich präsentieren. Der Baubeginn für die Erschließung der Siedlung erfolgte im Herbst 1961. Das Gros der Wohngebäude entstand nach Unterlagen des Heimatvereins zwischen 1962 und 1964; die Schule an der Landskronastraße ist ebenfalls 1963/1964 errichtet worden. An diesen Daten festgemacht wird das Jubiläum also zu Recht in diesem Jahr begangen! Wussten Sie eigentlich, dass die Schule an der Landskronastraße zu den denkmalgeschützten Gebäuden unseres Stadtteils gehört? Sie ist neben der St. Magni Kirche und einem späten Bau der Lehnhof-Siedlung das jüngste Kulturdenkmal in Burglesum!

Im Fotoarchiv des HVL befindet sich die hier gezeigte sehr schöne Luftaufnahme des Ortsteils Burgdamm aus der frühen Phase des Marßeler Felds. Sie ist auf 1961/1962 datiert – was allerdings bezweifelt werden muss – vermutlich ist das Foto Mitte der 1960er Jahre entstanden (wer kann hier zur Aufklärung beitragen?). Fotograf ist Lehrer Jachens (vermutlich Gerhard Jachens aus Platjenwerbe?)

Korrekt sind aber die übrigen Angaben im Bildarchiv zu diesem Foto, die hier vollständig wiedergegeben werden, mit wenigen Ergänzungen:

Zur Orientierung: Bildbegrenzung links: Lesumer Schnellweg (heute A270), rechts: Marßel, unten: (ehem.) Heidbergbad, oben: Ritterhude.

Rechts der Flugzeugstrebe das frühere Gelände und die Gebäude Fa. Thiele, heute real. Weiter rechts der Ihlpohler Kreisel – hier endete die „Blocklandautobahn“ bis 1977! Vom Kreisel zweigt nach links die B6 nach Bremerhaven ab, nach rechts führt die Autobahn, die Marßel von Neu-Burgdamm trennt. Die B6 / Bremerhavener Heerstraße verläuft in Richtung HB vom Kreisel in die rechte untere Ecke des Fotos. Parallel dazu, weiter nach links beginnt der Lesumer Schnellweg – der nur bis zur Lesumer Heerstraße verläuft – und begrenzt das Ihle-Tal auf der westlichen Seite. Am unteren Bildrand links ist das Halm-Viertel in Lesum zu sehen. Das Baum-Hügel-Viertel in Ihlpohl ist noch im Entstehen. Die Stader Landstraße führt von rechts am Bildrand in Bildmitte von Stadt London kommend, überquert die Autobahn und führt über das Marßeler Feld nach Ritterhude. Rechts oben Alt-Marßel mit seinem Baumbestand. Am Hang zwischen Alt- und Neu-Marßel fehlen die Schulgebäude an der Helsinkistraße. Auf der nördlichen Seite des Neubaugebietes ist der zukünftige Trassenverlauf der B74 bei der Straße „Kuttelbeck“ zu erkennen.

Standort des Fotos

Archivfoto des Monats Februar 2014

Eröffnung der Reichsautobahn, Anschlussstelle Lesum im Herbst 1937
(c) Bildarchiv des HVL

Am 27. November 1937 um 14.00 Uhr wurde mit einem Festakt an der Anschlussstelle „Lesum“ die „Zubringerstrecke Lesum–Oyten“ dem Verkehr übergeben. Zu diesem Zweck waren zwei etwa 20 m hohe Pylone aus Holz – die später durch Granit ersetzt werden sollten – aufgestellt. Auf ihnen war zu lesen: „110 km bis Hamburg“.

Die knapp 27 km lange Zubringerstrecke wurde innerhalb von nur dreieinhalb Jahren zeitgleich zur „Hanseatischen Autobahn“ Bremen – Hamburg – Lübeck errichtet und war als östliche Umgehung des bremischen Stadtgebietes und zur Anbindung des Seehafens Bremerhaven gedacht.

Die Eröffnung wurde zu einer nationalsozialistischen Inszenierung genutzt, bei der u.a. auch der Berliner NS-Funktionär Todt und der SA-Gruppenleiter und Bremer Bürgermeister Bömcker anwesend waren.

Weitere Informationen zur Geschichte der Blocklandstrecke finden Sie in einem Aufsatz von S. Broocks, ganz unten auf der Seite.
(Quelle: Broocks, Stefan (2012): 75 Jahre Blocklandstrecke, www.autobahngeschichte.de; Ramelow, Uwe: Burglesum 1860 - 1945, S. 93)

Archivfoto des Monats Januar 2014

Petersenweg, Blick ins Durchgangslager Friedehorst (Mai 1965)
(c) Bildarchiv des HVL, Foto Lesum00905

Der Begriff "Heimat" hatte in Lesum in den 1950er und 1960er Jahren eine besondere Bedeutung. Das "Überseeheim Lesum" war damals eines der wichtigsten sog. Verschiffungslager in Europa, von denen aus - als Spätfolge des 2. Weltkriegs - die Auswanderung von Entwurzelten aus vielen Nationen in ihre neue Heimat in Übersee abgewickelt wurde. Mehr als 220.000 Personen verbrachten damals ihre letzten Tage auf dem alten Kontinent in Lesum, vor der Verschiffung von Bremerhaven vor allem nach Kanada, in die USA und nach Australien.

Das Lager mit Unterbringungsmöglichkeiten für mehrere tausend sog. "Displaces Persons" entstand auf dem Freigelände der ehemaligen Flakkaserne in Lesum, direkt neben Friedehorst. Die komplette Wohnsiedlung wurde innerhalb von nur sechs Monaten 1950/1951 errichtet.

Das Areal ist nach dem Abebben der Auswandererwelle in den 1960er Jahren teilweise von der Bundeswehr genutzt worden, teilweise ist es aber auch in späteren Jahrzehnten zur vorübergehenden Heimat für Flüchtlinge geworden.

Leider besitzt der Heimatverein nur sehr wenig Material aus der Phase des Überseeheimes. Wer hier mit Erinnerungen, Fotos und Dokumenten unterstützen kann, möge sich bitte an das Archiv des Heimatvereins wenden!

Die Entwicklung des Lesum Parks schreitet voran (Foto vom Neujahrstag 2014)
Die Entwicklung des Lesum Parks schreitet voran (Foto vom Neujahrstag 2014)
 

2013 hat mit dem Startschuss für das große städebauliche Vorhaben "Lesumpark" als "Quartier für Leben, Gesundheit und Bildung" eine neue Epoche für das Areal begonnen, viele der Gebäude sind bereits abgerissen.

Noch bestehende Gebäude des ehemaligen Lagers (Januar 2014)
Noch bestehende Gebäude des ehemaligen Lagers (Januar 2014)
 

Im westlichen Bereich - in der Nachbarschaft zum Nebelthau-Gymnasium - sind die ursprünglichen Wohngebäude noch vorhanden, durch Vandalismus aber schon erheblich in Mitleidenschaft gezogen.

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