Archivfotos des Monats des Jahres 2015

Hier stellen wir Ihnen im monatlichen Wechsel interessante Fotos aus dem umfangreichen Bildarchiv des Heimatvereins vor! Dabei bemühen wir uns, Ihnen Aufnahmen aus allen Ortsteilen des Stadtteils zu präsentieren.

Archivfoto des Monats Dezember 2015

Wohnhaus / Friedhofsgärtnerei Jacobs an der Abzweigung der Straße Blauholzmühle (früher Platjenwerber Weg) von der Bördestraße, Aufnahme ca. 1928/1930, Privatarchiv K. Bittner, Platjenwerbe

1909 wurde das Haus von Arnold Jacobs erworben, der hier und im rückwärtigen Areal seine Friedhofsgärtnerei betrieb. Zunächst befanden sich die Verkaufsräume noch im rechten Gebäudeteil, die linke Hälfte und der Dachboden wurden zu Wohnzwecken  genutzt. Zusätzlich zur Gärtnerei trug auch der Verkauf von Zigarren und Rauchwaren zum Einkommen bei. Nach dem Tod von Arnold Jacobs wird die Gärtnerei ab 1966 verpachtet; 1967 wird hinter dem Wohngebäude am heutigen Standort des "Lesumer Blumenladens" ein gläserner Verkaufsraum errichtet.

Links im Hintergrund ist ein Nebengebäude des Wohnhauses Blauholzmühle 1 zu erkennen. Das Gebäude besteht ebenfalls noch heute, ist aber durch Efeu so stark überrankt, dass es kaum zu erkennen ist. 

Das abgebildete Gebäude ist bis heute erhalten, allerdings hat sich sein Erscheinungsbild im Laufe der Zeit durch mehrere Umbauten erheblich verändert (siehe Foto aus dem Dezember 2015, links).
 

Standort der Aufnahme

Archivfoto des Monats November 2015

Landgasthof "Im grünen Thal" in St. Magnus auf einer im März 1903 versendeten Ansichtskarte, Archiv HVL AK00041

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Bremer Schweiz und das attraktive Lesumufer nicht nur als Landsitze vieler reicher Bremer entdeckt. An Wochenenden und bei schönem Wetter strömten zur vorletzten Jahrhundertwende tausende Städter in die zahlreichen Ausflugslokale, die sich an der Lesum etabliert hatten, und sorgten für einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung in dem noch ländlich geprägten Raum.

Die Gastwirtschaft auf einer Ansichtskarte von 1917
Die Gastwirtschaft auf einer Ansichtskarte von 1917

Eines dieser Lokale war die Sommerwirtschaft "Im grünen Thal" am Admiral-Brommy-Weg, die aus dem gleichnamigen kleinen Kolonialwarenladen von Johann Dietrich Rothfos hervorgegangen ist. Das im damals modernen "Schweizer Stil" errichtete Gebäude wurde 1899 fertiggestellt. Es wurde mindestens bis in die 1930er Jahre als Gastwirtschaft betrieben.

Der heute als Wohnhaus genutzte ehemalige Gasthof im November 2015
Der heute als Wohnhaus genutzte ehemalige Gasthof im November 2015

Bernhard Rothfos, der Sohn von J.D. Rothfos, hat sich einen Namen als einer der bedeutendsten Kaffeeimporteure weltweit gemacht.

Quelle: O. Schoener - www.sankt-magnus.de sowie W. Hoins: Ein Bildband von Burglesum einst und jetzt

Standort der Aufnahme

Archivfoto des Monats Oktober 2015

Luftbild des damaligen Dorfes Lesum, aufgenommen vermutlich ca. 1930,
abgedruckt auf einer Ansichtskarte unbekannten Datums, Archiv HVL AK00019

Die Aufnahme zeigt Lesum von Südosten aus gesehen. Aus heutiger Sicht auffällig ist vor allem die geringe räumliche Ausdehnung des Lesumer Siedlungsbereiches, der sich in erster Linie auf das unmittelbare Umfeld der Kirche St. Martini beschränkt. Die flächige Bebauung im Neu-Lesumer Bereich (am oberen Bildrand) wie auch ein Großteil der Wohnbebauung entlang der heutigen Lesmonastraße (links vom Ortskern) sind erst nach 1950 entstanden.  

Im Winterhalbjahr 2015/2016 bilden (Burg-)Lesumer Luftbilder einen Veranstaltungsschwerpunkt des Heimatvereins. Am 30. November (19.00 Uhr) wird Gerhard Grote den zweiten Teil seiner Lichtbildschau "Lesum in Luftbildern" präsentieren. 

Leider konnten wir wir Ihnen im September 2015 urlaubsbedingt kein Foto des Monats präsentieren - wir bitten um Verständnis!
Ihre HVL-Online-Redaktion

Archivfoto des Monats August 2015

Wohnhaus Rotdornallee 30 - ehemals Leitstand für die Flakbatterie der Kaserne Lesum, Aufnahme von Süden (02/2015, abgerissen im Sommer 2015)
(c) Archiv HVL AK 00645

Das Haus hatte seinen Ursprung im Jahr 1940 als Leitstand für die Flakbatterie der Kaserne Lesum errichtet. Es bestand ursprünglich lediglich aus einem in die Erde versenkten Keller mit Betondecke und darüber einer hüfthohen Umfassungsmauer.  Auf der Betondecke stand das Kommandogerät, mit dem die angreifenden Verbände erfasst wurden. Im Keller befanden sich mechanische Rechner zur Umrechnung der vom Kommandogerät erfassten Werte (Umwertung).
(Quelle: Gerhard Grote, 2015)

Das Wohnhaus Rotdornallee 30 im Februar 2015, Ansicht von Osten
Das Wohnhaus Rotdornallee 30 im Februar 2015, Ansicht von Osten

Das abgebildete Haus wurde nach dem Krieg auf dem bestehenden Bauwerk errichtet. Durch seine Bauart hat es sich von den dort ansonsten zu findenden Reihenhäusern deutlich abgehoben. 

Im Sommer 2015 wurde das Haus abgebrochen. Stattdessen sollen dort in Kürze zwei Doppelhaushälften entstehen.

Archivfoto des Monats Juli 2015

Damalige Bahnhofstraße in Lesum - heute Schneiderstraße
(c) Archiv HVL AK 00312

Aus aktuellem Anlass zeigen wir in diesem Monat eine Ansichtskarte aus dem Jahr 1919, die den Blick in die heutige Schneiderstraße, bergauf Richtung "Chaussee" bzw. Hindenburgstraße zeigt. Rechts im Bild das Anfang des Jahres abgebrochene Bielefeld-Anwesen. Die Aufnahme zeigt somit den einstigen Eindruck der damaligen Dorfstraße, die im östlichen Bereich künftig durch mehrgeschossige Bauten geprägt sein wird.

Darstellung aus dem Exposé, (c) VB Immobilien
Darstellung aus dem Exposé, (c) VB Immobilien

Wie bewerten Sie die kürzlich vorgestellten Planungen auf dem Bielefeld-Anwesen?
Geben Sie uns Ihre Rückmeldung!

Nach Einschätzung von Aktiven aus der Werkstattgruppe des HVL gibt es allerdings einige Unstimmigkeiten in der Darstellung des Exposés.
Dazu in Kürze mehr!

Standort der Aufnahme

Archivfoto des Monats Juni 2015

Blick auf den Lesumer Haltepunkt
(c) Archiv HVL AK 00111

Die im Verlag Louis Walter (Lesum) erschienene und mit dem Datum 24.8.1909 versehene Karte zeigt den Haltepunkt Lesum mit den Gebäuden der heutigen Straße "Am Radeberg" und im Hintergrund die Bogenbrücke aus dem Jahr 1892. Die Bahnstrecke wurde bereits 1862 eröffnet, der Haltepunkt Lesum jedoch erst ab 1905 angefahren. Die Bahnlinie war zunächst eingleisig und wurde in diesem Bereich erst um 1908, also nur kurze Zeit vor dem Entstehen dieser Aufnahme, zweigleisig ausgebaut. Teilweise verdeckt links der Brücke ist das 1894 erbaute Spritzenhaus der Feuerwehr zu erahnen. Die Böschung zum Radeberg war noch ohne jeglichen Baumbestand (siehe auch W. Hoins: Ein Bildband von Lesum einst und jetzt, S. 79 ff). 

Standort der Aufnahme

Archivfoto des Monats Mai 2015

Bauernhaus auf dem Burgdammer Mühlenberg, ca. 1900
(c) Archiv HVL, Spende M. Lürßen

Das Foto wurde uns von Herrn M. Lürßen aus Lesum zur Verfügung gestellt. Es zeigt das Bauernhaus auf dem Mühlenberg sowie die Eigentümerfamilie Meyerholz/Plump (Christine Meyerholz *1871, gest. 1929, Johann Vollmer Plump *1859, gest. 1947, waren Urgroßeltern des Spenders). Johann Plump war seinerzeit Deichvoigt und damit verantwortlich für die Deiche im Umfeld von Ritterhude, möglicherweise bis nach Lesum.

Links die Burgdammer Mühle aus dem Jahr 1804 auf einer vermutlich etwas früheren Aufnahme, ebenfalls aus dem Familienbesitz M. Lürßen. 1926 wurden die Mühlenflügel demontiert, im Jahr 1964 wurde die Mühle gesprengt.

Standort der Aufnahme

Archivfoto des Monats April 2015

Volksschule Lesum, heutiger Altbau der Grundschule am Mönchshof
(c) Archiv HVL

Die Aufnahme der 1899 eingeweihten Volksschule Lesum mit der prägnanten Freitreppe ist undatiert, der Vergleich mit anderen Fotos mit bekanntem Entstehungsjahr belegt jedoch, dass es sich um eine sehr frühe Aufnahme handeln muss. Die Schule ist Ende der 1950er Jahre baulich wesentlich erweitert worden. Heute werden in der "verlässlichen Grundschule" mehr als 200 Kinder unterrichtet. Zum Aufnahmezeitpunkt war vom Schulhof noch ein freier Blick zum Lesumer Kichturm (links des Haupgebäudes) möglich. Eine Notiz auf der Rückseite des Fotos lässt uns wissen, dass der kleine Junge auf der Treppe "Hein" heißt.

Das Foto ist als Teil einer privaten Ansichtskarten- und Fotosammlung im Jahr 2014 vom Heimatverein erworben worden.  

Standort der Aufnahme

Archivfoto des Monats März 2015

Hindenburgstraße: Häuserzeile vom Reformhaus bis zur Marktklause (1968)
(c) Archiv HVL

Das Foto aus dem Jahr 1968 zeigt sowohl heute noch existierende wie auch längst abgebrochene Gebäude. Die beiden Häuser ganz rechts stehen noch und erleichtern uns die Orientierung: Zum einen das heutige Reformhaus (damals "Holtermann", Baujahr 1897), links daneben das (1836 erbaute) damalige Wohnhaus des Heimatforschers und Gründungsmitglieds des HVL, Friedrich Kühlken.

Im selben Jahr errichtet wurde das zunächst als "Rauchhaus" genutzte Gebäude links daneben, zum Zeitpunkt der Aufnahme Wäscherei Welker. Das prägnante hohe, gelbe Gebäude links daneben existiert ebenfalls nicht mehr - Baujahr 1854. Daran schließt sich die damalige "Marktklause" an. In diesem Gebäude aus dem Jahr 1845 war zuvor der Optiker Hiller ansässig. Die drei zuletzt genannten Häuser wurden 1976/1977 abgerissen (siehe unten) und machten Platz für das heutige große durchgehende Geschäftshaus mit Rundbögen und Klinkerfassade.
(Quelle: W. Hoins, Ein Bildband von Burglesum einst und jetzt)

Abbruch der Gebäudezeile in der Hindenburgstraße, 1977 (Foto: F. Gänswein)
Abbruch der Gebäudezeile in der Hindenburgstraße, 1977 (Foto: F. Gänswein)

Standort der Aufnahme

Archivfoto des Monats Februar 2015

Haus Bielefeld während des Abrisses im Januar 2015
(c) Archiv HVL

Nach längerem Leerstand ist das Bielefeld-Anwesen im Januar 2015 binnen weniger Tage dem Erdboden gleichgemacht worden. Damit ist ein weiteres Gebäude unwiederbringlich verloren gegangen, das seit mehr als einem Jahrhundert den Lesumer Ortskern geprägt hat.

Immer noch ein ungewohnter Anblick: Freie Sicht von der Schneiderstraße bis zum Heimat- und zum Polizeihaus. Davor das weitläufige Bielefeld-Grundstück.

Die Geschichte des Bielefeld-Anwesens und der Firma Bielefeld reicht zurück bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts: Das älteste bekannte Dokument belegt Geschäftstätigkeit von Hermann Heinrich Bielefeld im Jahr 1863 als Fuhrunternehmer für Torf, Sand und Holz. Mit dem Transport von Brenntorf aus dem Teufelsmoor vom Lesumhafen zu den Lesumer Haushalten und in die umliegenden Gemeinden erweiterte dessen Neffe Ernst Bielefeld den Betrieb ganz wesentlich. Eine weitere wichtige Erwerbsquelle war der Sandabbau - u.a. auf dem Gelände am Heidberg, auf dem sich heute ein Fußball-Trainingsplatz befindet.
Weitere Informationen zur Geschichte der Fa. Bielefeld siehe hier.

Ernst Biefeld mit Familienmitgliedern vor dem damals reetgedeckten Haus (Aufnahme ca. 1900)

Standort der Aufnahme

Archivfoto des Monats Januar 2015

"Gruss aus Lesum" Postkarte mit Neujahrsgruß von der Familie des Töpfereibesitzers Johann Christoph Vielstich (1859-1928), adressiert an Fam. Chr. Carstens in Newtonburg, Wisconsin (USA), abgestempelt am Heiligabend 1904
(c)  Archiv des HVL, AK00084

Die Ansichtskarte gehört zu der umfangreichen Privatsammlung, die der HVL mit Unterstützung privater Spender im Jahr 2014 erwerben konnte.

Das Foto wurde vom heutigen Deichweg an der Lesum aufgenommen und zeigt den bis heute nicht wesentlichen veränderten Blick auf das Dorf Lesum mit der St.Martini-Kirche.