Archivfotos des Monats des Jahres 2016

Hier stellen wir Ihnen im monatlichen Wechsel interessante Fotos aus dem umfangreichen Bildarchiv des Heimatvereins vor! Dabei bemühen wir uns, Ihnen Aufnahmen aus allen Ortsteilen des Stadtteils zu präsentieren.

Archivfoto des Monats Dezember 2016

Wohnsiedlung Marßeler Feld im Bau, hier Gebäude in der Trelleborger Straße im Rohbau, Aufnahme vom Winter 1965
(c) Archiv des HVL, Burgdamm00426

Die Aufnahme zeigt alle Häuser der westlichen Straßenseite (gerade Hausnummern) der Trelleborger Straße, von der heutigen Gartenseite aus gesehen. Das Foto wurde am Fuße der nur für Fußgänger und Radfahrer benutzbaren Verlängerung der Stolper Straße über die A27 aus aufgenommen. Aus heutiger Sicht erscheinen die Baugerüste nicht sonderlich vertrauenserweckend. Nostalgisch mutet auch der Raupenbagger im Bildvordergrund an.

Das Marßeler Feld gehörte zu den ersten, an den Stadträndern errichteten Großwohnsiedlungen der 1960er und 1970er Jahre in Bremen. Es umfasst etwa 2.100 Wohnungen, vorwiegend in viergeschossigen Zeilenbauten und vier achtgeschossigen Hochhäusern.

Aktuelles Archivfoto des Monats

Schmiede Stordtmann an der Bördestraße
(c) Archiv des HVL, FLesum00183

Das Archivfoto des Monats ist eine der ältesten, im Bildarchiv des Heimatvereins erfassten Aufnahmen. Sie zeigt die Schmiede Stordtmann, die ihren Standort auf der heute als Grünanlage genutzten Fläche gegenüber dem Friedhofseingang an der Bördestraße hatte. Nach unseren Aufzeichnungen ist das Haus 1896, möglicherweise auch schon früher abgerissen worden. Unmittelbar neben dem Grundstück ist der tiefe Einschnitt für die Vegesacker Eisenbahnlinie gegraben, und das Anwesen in diesem Zuge an die Bahn verkauft worden. Das Foto müsste demnach mindestens 120 Jahre alt sein.

Die Schmiede wurde von Andreas Christian Stordtmann (ca. 1763 -1831) um 1800 begründet, ihm folgte sein Sohn Georg (1815-1864). Dessen 1856 geborener jüngster Sohn Wilhelm Arenholt Stordtmann wiederum vollzog vermutlich 1883 den Umzug an den späteren Standort an der Straße „An der Lesumer Kirche“, an der Abzweigung zur Lesmonastraße. Noch viele Jahre wurde der frühere Schmiedestandort an der Bördestraß als „Stordtmanns Ruh“ bezeichnet, heute kennen nur noch wenige Alt-Lesumer diesen Namen.

Wie bei vielen Fotos im HVL-Archiv sind die genaue Herkunft, das Entstehungsjahr und der Fotograf nicht bekannt. Interessanter Weise existiert jedoch eine Zeichnung mit dem exakt gleichen Motiv im Buch „Lesum im vorigen Jahrhundert“ von Friedrich Kühlken, hier soll die Situation im Jahr 1865 dargestellt sein. Der Zeichnung wurde offenbar auf Grundlage des Fotos gefertigt.

Quellen:

W. Hoins (2013): „Die Schmiede Stordtmann“, Lesumer Bote 82, S. 16-18
F. Kühlken (1930) Lesum im vorigen Jahrhundert, S. 62-66
Ortsfamilienbuch Lesum

Standort der Aufnahme

Archivfoto des Monats Mai 2016

Neubau des Gymnasiums Steinkamp im Jahr 1965, gesehen von Südwesten, vermutlich von der Fußwegverbindung Bördestraße-Anklamer Straße
(c) Archiv des HVL, FLesum00528

Bericht im Weser-Kurier zu den Bauplanungen (Mai 1965)
Bericht im Weser-Kurier zu den Bauplanungen (Mai 1965)

Das Gymnasium ist im September 1965 eröffnet worden und ersetzte das Gymnasiums an der Kirchheide in Vergesack, das zur Berufsschule umgenutzt wurde. Einen besonderen Schwerpunkt hatte das Lesumer Gymnasium im Bereich der Naturwissenschaften, denen ein ganzer Gebäudetrakt  vorbehalten war.

Wie dem Bericht im Weser-Kurier zur Eröffnung zu entnehmen war, gab es unter den 650 Schülerinnen und Schülern zum Eröffnungszeitpunkt doppelt so viele Mädchen wie Jungen.

Zeitungsbericht zur Eröffnung des Gymnasiums am 14. September 1965
WeserKurier650915.pdf
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Heute gehört das ehemalige Gymnasium zum Standortverbund der Oberschule Lesum - das einzige verbliebene Gymnasium zwischen Rekum und Innenstadt ist das Gymnasium Vegesack.

Standort der Aufnahme

Archivfoto des Monats April 2016

Baugrube des Lesumer Schnellwegs, Blick von der Rotdornallee zur Bördestraße, August 1979
Archiv des HVL, No. F00657

Das Foto zeigt die Erdarbeiten im Zuge der Erweiterung des Lesumer Schnellwegs auf vier Spuren in Höhe der Straßen Platjenwerber Weg / Blauholzmühle und Bördestraße. Links im Bild das Haus Platjenwerber Weg 24, rechts Blauholzmühle 18, ursprünglich Platjenwerber Weg 18. Erst nach dem Bau des Schnellwegs ist der südliche Teil des Platjenwerber Wegs umbenannt worden. Die heute fehlenden Hausnummern 20 und 22 mussten abgebrochen werden. Rechts vor dem Schulgebäude ist das noch heute existierende Gebäude der Autowerkstatt zu erkennen.      

Das Foto ist dem Heimatverein (wie bereits das Foto des Monats 07/2014) aus dem Nachlass des verstorbenen Lesumers Werner Boetker zur Verfügung gestellt worden.

Standort der Aufnahme

Archivfoto des Monats März 2016

Villa an der Weststraße in Lesum, heute Käthe-Kollwitz-Straße 7 (Villa Katharina)
Ansichtskarte aus dem Jahr 1911
Archiv des HVL, No. AK00071

Die 1911 verfasste Ansichtskarte zeigt das vor wenigen Jahren grundsanierte Gebäude, das heute als "Villa Katharina" bekannt ist und Angebote unter dem Leitgedanken der "ganzheitlichen Gesundheits- und Wellnesspflege" bereithält.

(Die Rückseite der an eine Adresse in Hannover versandte Karte ist leider beschädigt und nur noch in Teilen leserlich - Absender ist Fam. Mahler, die dort viele Jahrzehnte lebte und noch im letzten digitaliserten Bremer Adressbuch von 1955 als Bewohner des Hauses geführt wird.)

Standort der Aufnahme

Archivfoto des Monats Februar 2016

Mehrfamilienhäuser an der Friedlander Straße, Neulesum
(Aufnahme vermutlich aus den späten 1950er Jahren)
(c)  Fotoarchiv des HVL, Foto FLesum00395

Das Foto zeigt einen Blick auf die Rückseite der Mehrfamilienhäuser an der Friedlander Straße (Nordseite), der so heute nicht mehr möglich ist: Vom damaligen Standort des Fotografen, einem von der Bördestraße (zwischen No. 44 und 46) zur Anklamer Straße führenden Stichweg aus, schaut man heute in die längst hochgewachsene Vegetation. Das Foto zeigt die Häuser Friedlander Straße 4-16 (ca.).
(Vielen Dank an Norbert Kück für den entscheidenden Hinweis bei der Identifizierung des Standorts dieses Fotos!) 

Standort der Aufnahme

Archivfoto des Monats Januar 2016

Das im Jahr 1972 abgebrochene Haus von Mahlstedt, ehemals Arfmann am Leeseweg 21 in Lesum auf einem Foto aus dem Jahr 1965

Das Haus Leeseweg 21 ist vermutlich 1916 vom Landwirt Caspar Hinrich Mahlstedt gekauft worden. Zuvor war es offenbar im Eigentum des Schiffszimmermanns Claus Arfmann, der mindestens 1909 noch hier wohnte. Bis zum Abriss im Frühjahr 1972 hat eine Reihe von Personen im Gebäude gewohnt, zumeist vermutlich Landarbeiter des Betriebs der Familie Mahlstedt.
(Angaben Fam. Mahlstedt 01/2016, aufgezeichnet von Georg Finken)

Standort der Aufnahme