Archivfoto des Monats

Hier stellen wir Ihnen ungefähr im monatlichen Rhythmus interessante Fotos aus dem umfangreichen Bildarchiv des Heimatvereins vor! Dabei bemühen wir uns, Ihnen Aufnahmen aus allen Ortsteilen des Stadtteils zu präsentieren.

Archivfoto des Monats Oktober 2017

Sparkassenfiliale in der Bördestraße (1966?)
Sparkassenfiliale in der Bördestraße (1966?)

Waren das noch Zeiten, als reihenweise neue Geschäftsstellen der Sparkasse in unserem Stadtteil eröffnet wurden! Zwischen 1953 und 1966 wurden insgesamt fünf Burglesumer Nebenstellen der damaligen, 1860 gegründeten Sparkasse Lesum eingerichtet und zeugten von Aufbruchstimmung und Wirtschaftswachstum: Burger Heerstraße (1953), Bremerhavener Heerstraße (1955), Waldwinkel / St. Magnus (1956), Stockholmer Straße / Marßel (1964) und als letztes die hier abgebildete Geschäftsstelle in der Bördestraße, heutige Hausno. 89a  (1966). Zwei Jahre später bezog die Sparkasse Lesum, die erst 1974 in "Sparkasse Bremen, Filiale Lesum" umfirmierte, ihre neue Hauptgeschäftsstelle in Lesum.

Der Betrieb der Filiale Bördestraße mit zuletzt drei Mitarbeitern wurde im April 2000 eingestellt. Heute wird das Haus als reines Wohngebäude genutzt - die Spuren der früheren Nutzung lassen sich aber noch deutlich erkennen.

Seitlich vom Haus verlief über das Grundstück ehemals ein schmaler Fußweg, der Bördestraße und Louis-Seegelken-Straße verband. Der Weg wurde zum Bedauern vieler Anwohner nach Schließung der Geschäftsstelle gesperrt.

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Archivfoto "des Monats" im Sommer 2017

Ehemalige Tabakfabrik Nikolaus Wilkens / Martin Brinkmann, Blickrichtung Osten (2016)
Ehemalige Tabakfabrik Nikolaus Wilkens / Martin Brinkmann, Blickrichtung Osten (2016)

Jedem, der die Recycling-Station unseres Stadtteils am Steindamm schon einmal besucht hat, dürfte dieser Gebäudekomplex (Steindamm 25-29) aufgefallen sein, der erkennbar schon ein beachtliches Alter hat. Heute dient er Wohnzwecken, seinen Ursprung hatte er aber vor mehr als 200 Jahre als Fabrikgebäude. Der Kaufmann Nikolaus Wilken eröffnete hier am 1. Januar 1813 einen Zweigbetrieb seiner an der Faulenstraße ansässigen Tabakfabrik. 

Tabakfabrik Nikolaus Wilkens am Steindamm, Blickrichtung Süden (ca. 1870)
Tabakfabrik Nikolaus Wilkens am Steindamm, Blickrichtung Süden (ca. 1870)

Kurz darauf wurde der Betrieb am Steindamm zum Hauptgeschäft. 1878 wurde er von Martin Brinkmann übernommen, und ab 1900 erlebte er unter Hermann Ritter einen fulminanten Aufschwung als Ausgangspunktes der heute der British American Tobacco angehörenden Martin Brinkmann AG.

Ehemalige Tabakfabrik Nikolaus Wilkens / Martin Brinkmann, Blickrichtung Süden (2016)
Ehemalige Tabakfabrik Nikolaus Wilkens / Martin Brinkmann, Blickrichtung Süden (2016)

Die Produktion in Burgdamm endete jedoch bereits 1910 und wurde nach Woltmershausen verlegt.
Als es die Bremer / Bremerhavener Heerstraße noch nicht gab bildeten der Steindamm und der Burgdammer Postweg die zentrale Nord-Süd-Achse durch Burgdamm.

(Quelle: Walter Schnier: Das alte Burgdamm. Steindamm/Alter Postweg, S. 54)

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Archivfoto des Monats Mai 2017

Alte Burgdammer Schule, Foto aus dem Sommer 1970
Alte Burgdammer Schule, Foto aus dem Sommer 1970

Die alte Burgdammer Schule ist derzeit mal wieder in aller Munde, denn das einstige Schulgebäude soll womöglich in Kürze abgerissen werden um anstattdessen auf dem Grundstück einen neuen Kindergarten zu errichten. Das Foto oben zeigt die rückseitige Giebelseite, Blick vom Burgdammer Ring. 

Am Giebel der Burgdammer Schule die Jahreszahl der Eröffnung 1862 (Foto 1970)
Am Giebel der Burgdammer Schule die Jahreszahl der Eröffnung 1862 (Foto 1970)

Das Gebäude hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Eröffnet wurde die auf dem Grundstück des ehemaligen Turnauschern Hofs errichtete  Schule 1862. Als erste eigene Burgdammer Schule war sie gleichzeitig das erste Bauvorhaben der 1860 aus Marßel, Burgdamm und Vorburgdamm gebildeten Großgemeinde Burgdamm. Die Schule hatte zunächst zwei Klassenräume. Nach Anbau (1877) und Umbau der ehemaligen Stube des Lehrers (1883) verfügte die Schule über vier Klassenräume. Extrem beengt dürfte es nach 1945 zugegangen sein, als bis zu neun Klassen beschult wurden.

Ein neues Schulgebäude an der Stargarder Straße beendete die Raumnot 1951, so dass bereits über den Abbruch der alten Schule nachgedacht wurde. Dennoch wurde sie schließlich noch bis weit in die 1970er Jahre für den Schulbetrieb genutzt, zunächst als Sonderschule, bis 1975 als Entlastungsgebäude für die bereits wieder zu enge neue Schule.

Alte Burgdammer in der Nutzung als "Jugendhaus"
Alte Burgdammer in der Nutzung als "Jugendhaus"

Nach einer durch die Polizei gewaltsam beendeten Besetzung durch Jugendliche wurde das Gebäude von 1976 an bis Anfang der 1990er Jahre vom ASB als Jugendfreizeitheim, später als Horthaus genutzt.Zuletzt war es vom Beschäftigungsträger Bras e.V. angemietet und steht seit 02/2014 leer. Es ist 2009/2010 durch das Landesamt für Denkmalpflege aufgenommen und als „erhaltenswert“ bewertet worden, steht aber nicht unter Denkmalschutz.

Angesichts dieser langen und prägenden Geschichte erscheint es schwer nachzuvollziehen, dass das Gebäude nun trotz offenbar passablem Gesamtzustand kurzerhand abgebrochen werden soll, obwohl eine konkrete Nachnutzung als Kindergarten in Aussicht steht. Grund ist primär, dass das vorgesehene Raumprogramm mit vier Gruppen nicht ohne weiteres umsetzbar scheint. Aber die jüngsten Entwicklungen machen Hoffnung, dass das letzte Wort doch noch nicht gesprochen ist.

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Archivfoto des Monats April 2017

Mühlenbach-Lichtspiele an der Kreuzung "Stadt London" in Burgdamm
(Aufnahmejahr ca. 1951/52 - genaue Informationen liegen dazu nicht vor, aber Deutschlandstart des zum Fotozeitpunkt gezeigten US-Films "Verrat im Dschungel" von 1939 war im August 1951)

Waren das noch Zeiten, als Burglesum noch ein eigenes Kino hatte ...! Am Standort des heutigen Jugendzentrums stand zwischen 1850 und 1979 ein Haus mit bewegter Geschichte. Als Bauernhaus erbaut, diente es zwischen 1886 und 1911 als Postamt Lesum-Burgdamm - auf dem Bild ist am Giebel noch das steinerne Wappen des Reichsadlers zu erkennen.  Bereits kurz nach der Jahrhundertwende richtete der Gastwirt Johann Thielbar im Gebäude einen „Concert- und Tanzsaal“ ein. Der ehemaligen Pferdestall wurde zur Schenke umfunktioniert, und am Vorplatz zum Mühlenteich der "unteren Mühle" entstand "Thielbars Sommergarten".


Im Jahr 1936 gestaltete Heinrich Müller das Haus unter großem Aufwand um hob die "Mühlenbach-Lichtspiele" aus der Taufe. Walter Schnier schreibt dazu: "Seinerzeit wuchs gerade die Zahl der Lichtspielhäuser. Da das naheliegenste einmal in Oslebshausen der „Grüner Jäger“ war und das andere in Vegesack das „Zentraltheater“, sah er hier eine Marktlücke und beschloss, den Tanzsaal in ein ansehnliches Kino zu verwandeln. Das Publikum war überrascht. Das Kino muss für die Familie Gauert / Müller eine gute Einnahmequelle gewesen sein, bis sich das Fernsehen breitgemacht hat. Ein riesiger Andrang und natürlich viel Lärm herrschte sonntags nachmittags bei der Kindervorstellung".

 

Müller starb 1969, wie lange das Kino noch geöffnet war, ist uns nicht bekannt. Das Gebäude wurde 1979 abgerissen.

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Archivfoto des Monats März 2017

Möbeltischlerei Eylers am Heidbergstift (ca. 1955)
(c)
Archiv HVL, Foto F00101

Ein aus heutiger Sicht irritierender Anblick: Das Gebäude des jetzigen Kindergartens "Zwergenland" an der Straße Am Heidbergstift, oberhalb der Bahnunterführung, ist 1953 zunächst eingeschossig errichtet worden. Hier hatte ursprünglich Tischlermeister Lüder Eylers seine Möbelausstellung. Erst einige Jahre später wurde das Haus um ein Obergeschoss und Satteldach erweitert. Ihren Ursprung hatte die eigentliche Tischlerei im Jahr 1912 auf dem heutigen Gelände von Graphic Packaging International (GPI), auf dem sich damals noch eine Stichstraße nach Norden befand (Am Rastplatz). Das reetgedeckte Eylersche Wohnhaus nebst Tischlerwerkstatt wurde 1996 abgerissen. 

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Archivfoto des Monats Februar 2017

Eislaufen im Lehnhof-Park / Friedehorstpark ca. 1960,
rechts im Bild die "Entenhausinsel", im Hintergrund die Lehnhof-Siedlung
(c)
M. Gorontzy

Der Friedehorstpark gehört wie auch der Knoops Park und Wätjens Park zu den ehemaligen Landsitzen in unserer Region, die heute der Öffentlichkeit als attraktive Parkanlagen zugänglich sind. Der wahrscheinlich von Wilhelm Benque geplante, um 1875 um das Landgut Lehnhof des Senators Theodor Lührmann angelegte Park befindet sich im Eigentum der Bremischen Evangelischen Kirche. Er ist unmittelbar an der Landesgrenze, in Nachbarschaft der Ortschaften Holthorst (Gemeinde Schwanewede) und Platjenwerbe (Gemeinde Ritterhude) gelegen und weist die höchste natürliche Erhebung des Landes Bremen auf (ca. 32,2 m). 2013 wurde die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Parks im Rahmen eines Gutachten erfasst und die gartenkulturell bedeutsame Parksubstanz.inventarisiert.   

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Archivfoto des Monats Januar 2017

Das im Jahr 1997 abgebrochene Hillmannsche Haus an der Straßengabelung Am Heidbergstift / Am Mühlenbruch auf einem Foto von ca. 1983/1985. Aufnahme von Südosten aus der Straße Am Mühlenbruch.
(c)
R. Dohr; Archiv-No. F00673

Das Backsteinhaus mit Strohdach - auf dem Foto wird das Dach gerade erneuert - war eines der ersten, die im frühen 19. Jahrhundert am Rande des Heidbergs errichtet wurden. Es war als Hillmannsches Haus bekannt. Das Foto wurde von der Rückseite aufgenommen. Nach dem Abbruch des Hauses wurde an seiner Stelle ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus (heute Am Heidbergstift 9) errichtet.
(W. Hoins; Ein Bildband von Burglesum einst und jetzt; S. 149)

Standort der Aufnahme