HVL-Kalender 2020 "Kulturdenkmale in Burglesum"

Unser Stadtteil Burglesum ist reich an Kulturdenkmalen. Dies liegt zum einen an der weit zurückreichenden Siedlungsgeschichte und den vergleichsweise geringen Zerstörungen durch Kampfhandlungen und Luftangriffe im 2. Weltkrieg. Aber auch die Vielzahl, vor allem im 19. Jahrhundert errichteter, oft aufwendig gestalteter Land- und Sommersitze wohlhabender Bremer Familien trägt zur großen Zahl schützenswerter Objekte bei.

Neben vielen allseits bekannten Bauwerken – wie dem Haus Hincke und der Alten Lesumer Apotheke – stellen wir Ihnen in diesem Kalender auch andere, auf den ersten Blick eher unscheinbare Kulturdenkmale vor.

Im Übrigen ist ein hohes Alter keine zwingende Voraussetzung für eine Aufnahme in die Denkmalliste des Bremer Landesamts für Denkmalpflege. Beispiele hierfür sind die Schule an der Landskronastraße (Juli) und die Lehnhofsiedlung (Dezember), beide stammen aus den 1950er Jahren. 

TitelDoktorhaus (Lesumbroker Landstraße 110, Werderland)

Das sog. „Doktorhaus“ in Lesumbrook/Werderland wurde um 1770 als Sommersitz für den Bremer Arzt Dr. Carl von Ransfeld erbaut. Denkmalschutz seit 1993.

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Wie schon bei den zurückliegenden HVL-Heimatkalendern möchten wir auch beim aktuellen Heimatkalender 2020 die Gelegenheit nutzen, Ihnen weitergehende Informationen zu den Motiven anzubieten.

Außerdem können Sie auf einer digitalen Karte die genaue Lage der abgebildeten Kulturdenkmale nachvollziehen. Hier geht es zur Übersichtskarte!

Januar 2020Knoops Park / Schlittenpartie im Park (St. Magnus)

Knoops Park am Lesumufer ist aus dem ehemaligen Landgut um das Schloss Mühlenthal des Bremer Baumwollkaufmanns Ludwig Knoop (1821-1894) hervorgegangen. Die Parkanlage wurde ab 1870 von dem Gartenarchitekten Wilhelm Benque im Stile englischer Landschaftsgärten gestaltet. Bereits 1936, drei Jahre nach

Abbruch des Schlosses, wurde sie von der Gemeinde Lesum übernommen und 1939 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zusammen mit den westlich angrenzenden Gartenanlagen der ehemaligen Albrechtsburg, des Hauses Schotteck und des Hauses Lesmona bilden die Flächen des ehemaligen Landguts Mühenthal heute den 64 ha

großen „Knoops Park“. Denkmalschutz seit 1973

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Februar 2020: Alte Lesumer Apotheke (Hindenburgstraße 77, Lesum)

Die alte Lesumer Apotheke wurde um 1845 vom Apotheker Penz an der in den 1830er Jahren entstandenen Chaussee in Richtung Vegesack errichtet und bis zum Umzug des Betriebs in den benachbarten Neubau 1976 als Apotheke genutzt. Als einziges, im Umkreis noch erhaltenes Gebäude im klassizistischen Stil ist das Gebäude vom Landesamt für Denkmalpflege im Zuge der Unterschutzstellung als „eines der zehn erhaltenswertesten Gebäude Bremens“ bezeichnet worden. Nach langem Leerstand und fortgeschrittenem Verfall stand es zum Anfang der 1990er Jahre kurz vor dem Abriss. Denkmalschutz seit 1982
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März 2020: Haus Schotteck (Am Kapellenberg 3/3a, St. Magnus)

Das prächtige Landhaus Wolde / „Haus Schotteck“ in Knoops Park wurde 1891-1894 im Stile des Historismus für eine der drei Töchter von Baron Knoop, Adele und deren Mann, den Bankier Georg Wolde errichtet. Der Name weist auf den „sparsamen“ Bankkaufmann hin. Heute sind in Haus Schotteck mehrere private Wohnungen untergebracht. Denkmalschutz seit 1981

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April 2020Evangel. Pfarrkirche Grambke (Grambker Kirchweg 6, Burg-Grambke)

Die evangelische Pfarrkirche ist 1722 errichtet worden, es wird also in Kürze das 300-jährige Bestehen der Grambker Kirche begangen! Der Kirchturm mit quadratischem Grundriss und einer Höhe von 27,2m stammt allerdings von 1864, denn die Kirche besaß anstelle eines Turms zunächst lediglich einen kleinen Dachreiter. Dieses Foto wurde im September 2018 von einer Drohne aus aufgenommen. Wir bedanken uns bei der Evangelischen Kirchengemeinde Grambke herzlich für die Bereitstellung der Aufnahme für diesen Kalender (Bearbeitung R. Dohr). Denkmalschutz seit 1973

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Mai 2020Raschens Werft (Admiral-Brommy-Weg 10,11, St. Magnus)

Die Schiffswerft von Hinrich Raschen (1735–1800) an der Lesum in St. Magnus wurde 1770 gegründet und gehörte seinerzeit zu den bedeutendsten Werften im Unterweserraum. Hier wurden viele Schiffe hergestellt, insbesondere für bremische Reedereien. Zwischen 1776 vom und 1841 wurden nachweisbar 109 Schiffe gebaut. Nach 1800 führte sein Sohn Hinrich (1780–1848) die Werft. Das geräumige Wohnhaus hatte seinen Standort direkt auf dem Werftgelände und wurde etwa 1840 fertiggestellt – nur ein Jahr bevor die Werft 1841 in Konkurs ging und anschließend verkauft wurde. Nach der endgültigen Aufgabe der Werft 1870 wurden alle Gebäude mit Ausnahme des Wohnhauses

abgebrochen. Denkmalschutz seit 2012

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Juni 2020: Schule Landskronastraße (Landskronastraße 46, Burgdamm)

Im Zentrum der Anfang der 1960er Jahre errichteten Großwohnsiedlung „Marßeler Feld“ entstand zeitgleich nach Plänen des Bremer Architekturbüros von Richter/Kläner die als Grund- und Hauptschule konzipierte und heute als Grundschule/ Ganztagsschule genutzte Schule an der Landskronastraße (Eröffnung 1964). Das Landesamt für Denkmalpflege attestiert dem Büro, „einen wichtigen Beitrag im Schulbau der Nachkriegszeit“ geleistet zu haben. Charakteristisch sind die drei zweigeschossigen Klassenpavillone auf dem weitläufigen Gelände, in denen jeweils

acht Klassenräume untergebracht sind. Denkmalschutz seit 2012

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Juli 2020Strom- und Wasserversorgungszentrale (Meierhofstraße 2, St. Magnus)

1Strom- und Wasserversorgungszentrale (Meierhofstraße 2, St. Magnus)

Im Jahr 1902 gebaut, diente das Gebäude mit seinem 18 m tiefen Brunnen als Pumpenhaus und Wasserwerk des Gut Weilen. Das prägnante Gebäude besitzt eine sehr differenzierte Struktur mit Backstein im Untergeschoss und Zierfachwerk im Obergeschoss, dazu drei Giebel, einen Turm mit Glockenhaube und ein aufwendig gestaltetes Treppenhaus. Seit 2015 wird die „Strom- und Wasserversorgungszentrale“ als privates Wohnhaus genutzt. Die behutsame denkmalgerechte Instandsetzung der Außenhülle wurde 2018 mit dem 2. Preis beim Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege prämiert. Wir bedanken uns bei Familie Orlok herzlich für die Bereitstellung der Aufnahme für diesen Kalender. Denkmalschutz seit 1994

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August 2020Bäckerei und Gastwirtschaft Hincke (An der Lesumer Kirche 1, Lesum)

Das unmittelbar am Lesumer Marktplatz in Nachbarschaft der St. Martini Kirche gelegene dreigeschossige Gebäude wurde 1894 als „Colonialwaren Handlung Bäckerei und Gastwirtschaft“ von Bäckermeister Diedrich Hincke gebaut. Vorgänger war ein Fachwerkhaus von Familie Hincke, später Gaststätte Gerhard Hincke. Denkmalschutz seit 1973 

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September 2020Haus Schwalbenklippe (Admiral-Brommy-Weg 5, Lesum)

Der Name des 1905 fertiggestellten, von den Architekten Wellermann und Frölich für Emmy Kulenkampff im Jugendstil entworfenen Gebäudes nimmt Bezug auf die zahlreichen Uferschwalbenpaare, die früher an einer steilen, durch Sandabbau entstandenen Dünenwand nisteten. Zuvor befand sich hier u.a. der Wohnsitz des Oberbefehlshabers der Nordseeflotte des Deutschen Bundes, Karl Rudolph Brommy. Denkmalschutz seit 1994

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Oktober 2020Haus Lesmona (Am Kapellenberg 5, St. Magnus)

Haus Lesmona, als „Heinrichsburg“ von den Bremer Kaufleuten Anton und Hinrich Walte auf dem Grundstück des Bauern Heymann errichtet, ist heute das älteste Haus auf dem Gelände des Knoops Park. 1862 wurde es vom Bremer Kaufmann Carl Melchers erworben, der seinem Sommersitz den Namen Lesmona gab. Berühmt wurde Haus Lesmona durch den Roman „Sommer in Lesmona“, verfasst von Magda Melchers unter dem Pseudonym Marga Berck. Seit 1980 lebt und arbeitet hier der Maler Prof. Jürgen Waller und seine Frau Birgit und nutzt es als Atelier und Galerie für moderne Kunst. Denkmalschutz seit 1973

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November 2020Spiegelhof (Lesumbroker Landstraße 220, Werderland)

1667 von dem Bremer Ratsherrn Heinrich von Aschen gebaut, ist der Spiegelhof das vermutlich älteste Niedersachsenhaus in Bremen. Das Zweiständerhallenhaus trägt in 4.Generation nach der Eigentümerfamilie den Namen „Spiegelhof“. Ab 1891 gehörte die um 1200 erstmals urkundlich erwähnte Hofstelle zur Großen Dunge und ging durch Heirat von auf die Familie Spiegel über. Denkmalschutz seit 1973

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Dezember 2020Lehnhofsiedlung (St. Magnus)

Dass Denkmalschutz nicht zwangsläufig ein hohes Gebäudealter voraussetzt, verdeutlichen die 14 von Eberhard Gildemeister entworfen und ab 1950 errichteten Wohnhäuser der Lehnhofsiedlung. Bereits 1973, kaum ein Jahr nach Fertigstellung des letzten Gebäudes, wurde das Ensemble in die Bremer Denkmalliste aufgenommen. Mit ihren tief heruntergezogenen, reetgedeckten Walmdächern erinnern sie an Bauernhäuser und zeichnen sich zudem durch eine einzigartige Lage in einer offenen, weiten Parklandschaft mit altem Baumbestand aus. Denkmalschutz seit 1973

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